Pädiatrie

Die Pädiatrie deckt ein sehr umfangreiches Arbeitsfeld bei uns ab und ist daher in mehrere
Bereiche einzuteilen:

 

Feinmotorikstörungen

Behandlungsschwerpunkte

• bei Graphomotorikstörungen/ Problemen mit der Stifthaltung
• bei unklarer Händigkeit (Händigkeit sollte möglichst ab dem 5 Lebensjahr festgelegt
sein, um die schulischen Vorläuferfähigkeiten vor Schulbeginn noch ausreichend
beüben zu können)
• bei Visuomotorikstörungen (Koordination zwischen Sehleistung und Arm-Handmotorik)
• Beeinträchtigung der Greiffunktionen
• bei Mal- und Bastelunlust im Vorschulalter (individuell zu betrachten)
• bei Dysbalancen in der Kraftdosierung

Mit welchen Schwierigkeiten kommen Kinder zu uns in die Ergotherapie?

(Bei den Kindern die zu uns kommen, treffen i.d.R. mehrere Unterpunkte zu)

Ihr Kind (Kompetenzausbildung ist immer im Verhältnis zum Alter und unter
Berücksichtigung der Vorläuferfunktionen zu betrachten)…
• …zeigt Auffälligkeiten bei der Stifthaltung, Stift wird beispielsweise im Alter von 5 Jahren
noch im Faustgriff gegriffen
• …malt im Alter von fünf Jahren noch nicht gegenständlich
• … hat Kopfschmerzen beim Abschreiben von der Tafel
• …meidet Mal- und Bastelarbeiten im Kindergarten
• …hatte im Vorschultest Schwierigkeiten beim Zeichnen von Kreuzen, Kreisen, Drei- oder
Vierecken
• …kann Knopf- und Reißverschlüsse nicht altersgemäß schließen (schleife binden)
• …isst unsauber und kann mit dem Besteck nicht angemessen umgehen
• …hält den Stift etwas ungewöhnlich, malt nicht sauber aus und kommt nicht schnell
genug mit, wenn es beispielsweise in der Schule schreiben soll
• …bastelt und schneidet ungern, da es z.B. mit der Schere nicht ordentlich ausschneiden
kann
• …hantiert ungeschickt mit kleinen Materialien wie Perlen, Steckspielzeug und mit
Werkzeug

Was können dabei mögliche Ziele in der Ergotherapie sein?

• Innerhalb von 4 Wochen malt Sebastian im Kindergarten ein Bild aus, ohne mehr als 1
cm. über die Begrenzung zu malen
• Im Zeitraum von 3 Wochen hat Alexander gelernt den Stift im Dreipunktgriff zu halten.
Nach weiteren 4 Wochen ist die Stifthaltung automatisiert und Alexander beginnt mit
einfachen Graphomotorikübungen, unter Einhaltung der erlernten Stifthaltung
• Stefan erfährt innerhalb von drei Wochen Selbstwirksamkeit beim Basteln, bis zum
Ende der ersten Heilmittelverordnung gelingt es ihm aus eigener Motivation heraus zu
basteln.
• Lena schafft es an den Mahlzeiten im Kindergarten teilzunehmen ohne mehrfach den
Wasserbecher umzuschmeißen oder sich übermäßig mit Essen zu bekleckern

Behandlungsansätze/ Bahandlungskonzepte nach denen in unserer Praxis gearbeitet wird

• Ravensburger Feinmoki (Programm nach Kisch und Pauli)
• Adlerauge Anyel (Graphomotoriktraining) (Programm nach Reif und die Lichtenauer)
• Linkshändertraining (Programm nach Kisch und Pauli)
• Feinmotoriktraining (nach Junga)
• Schreibvorübungen (nach Sattler)
• Alltagskompetenztraining
• den Stift im Griff (nach Rix)
• Umgang mit Papier und Schere
• Fein-/ Graphomotoriktraining nach Albers und Reincke
• Umgang mit dem Füller
• Anbahnung von Mal- und Bastelkompetenzen (Lust am Basteln entdecken)
• Umgang mit Papier und Schere

Grobmotorikstörungen

Behandlungsschwerpunkte

• bei dem sog. „ungeschickten Kindern“ (ragen beispielsweise Gegenstände um, stolpern
oder Stürzen häufiger als andere Kinder oder laufen gegen den Türrahmen oder
Möbelvorsprünge)
• bei Haltungsinsuffiziensen/ Haltungsasymetrien
• bei Muskeldysbalancen
• Beinachsenabweichung
• Koordinationsstörungen (Umschriebene Entwicklungsstörung der motorische
Fähigkeiten)
• bei Koordinationsstörungen
– bei Störung der Auge-Hand Koordination
– bei Störungen in der Hand- Hand Koordination
– bei Störung in der Hand- Fuß oder Fuß-Fuß -Koordination
– bei Störungen zwischen der Koordination von oberer und unterer Extremität

Mit welchen Schwierigkeiten kommen Kinder zu uns in die Ergotherapie?

Ihr Kind hat (im Vergleich zu anderen Kindern seiner Altersgruppe)…
• …Schwierigkeiten, einen Ball zu fangen und zu werfen
• …erlernt das Radfahren (Laufrad, Roller …) sehr spät oder gar nicht
• …klettert ungern oder vermeidet das Überwinden kleinerer Hindernisse
• …Mühe, neue Bewegungsabläufe (im Sportunterricht, …Schwimmen) zu erlernen
• …hat keine Freude an Bewegung und an Mannschaftsspielen
• …stößt sich häufig an Möbelvorsprüngen/-Kanten
• …stolpert häufig als andere Kinder oder fällt und stützt sich dabei nicht ab
• …Einschränkungen in den motorischen Fähigkeiten. Sie sind erheblich unterhalb des
Altersniveaus bei angemessenen Möglichkeiten zum Erwerb der Fähigkeiten

Kinder mit umschriebenen Entwicklunsstörungen der motorischen Fähigkeiten leiden vor allem unter...?

• …Einschränkungen in den motorischen Fähigkeiten. Sie liegen erheblich unterhalb
des Altersniveaus
• …einer verzögerten Malentwicklung, Zeichnen und Malen werden vermieden,
Schwierigkeiten beim Schreiben (Stifthaltung, Tempo, Schreibkrampf, Einhalten der
Zeilen, Erlernen der Schreibschrift,…)
• …einer unklaren Händigkeit; feinmotorische Aufgaben wie Schneiden, Basteln und
Handtieren mit kleinen Gegenständen werden vom Kind ungeschickt ausgeübt und
vermieden; Probleme im Werkunterricht; Nicht-mithalten-können beim Spiel mit
Freunden
• …Auffälligkeiten beim Turnen, Spielen im Freien, Radfahren, Ballspielen, in den
Pausen usw. die Kinder verhalten sich tollpatschig, ungeschickt, vermeidend,
ängstlich, träge oder waghalsig; sie stolpern oft und rempeln ohne Absicht andere
Kinder an
• …Schwierigkeiten beim puzzeln, bauen mit Lego und Bausteinen verfolgt es nur
ungern, das Erlernen der Buchstaben, das Schreiben in Schreibschrift, Rechnen und
Geometrie fällt schwer. Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie) leiten sich
ab; das Abschreiben von der Tafel ist mühsam
• …Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen, Waschen, Essen, chaotische Unordnung
in Schultasche und am Sitzplatz; Aufträge können nur schwer alleine erledigt
werden, oft brauchen die Kinder enge Betreuung beim Erledigen ihrer Aufgaben
• …häufigen Konflikten mit anderen Kindern, schnellen Wutanfällen, einer geringen
Frustrationstoleranz, Schüchternheit, Rückzug, Kasperln, Überaktivität, einer kurzen
Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration, Regeln und Grenzen können nur schwer
angenommen werden; Mobbing, Ausgrenzung, Depression können eine Folge sein

Was können dabei mögliche Ziele in der Ergotherapie sein?

• Max ist nach 4 Wochen in der Lage kurze Spaziergänge mit seinen Eltern zu machen.
Er stürzt weniger und zeigt sich offener und flexibler im Spiel mit Gleichaltrigen
• Lisa gelingt es beim Kinderturnen über kleine Hindernisse zu springen und an den
Gruppenspielen teilzunehmen ohne das sie dazu Hilfestellung einfordern muss
• Linus kann die Hausaufgaben überwiegend alleine schaffen und unterscheidet
realistisch, was er alleine kann und wo er Hilfe braucht
• Kira kann selbstbewusster mit Gleichaltrigen interagieren. Das Einfordern von
Wünschen und Bedürfnissen ist ihr dabei möglich.
• Till erfährt Erfolgserlebnisse im Schulalltag und ersetzt Versagensängste mit neuen
Erfahrungen im Spiel mit Gleichaltrigen
• Sabrina baut feste Freundschaften auf und kann Wünsche & Bedürfnisse frei äußern
• Tara entwickelt ein leserliches Schriftbild und hat beim Schreiben keine Schmerzen im
Handgelenk mehr
• Phill hat keine Angst vor dem Sportunterricht mehr. Er nimmt am Unterricht teil und
gerät weniger in Konflikte mit Gleichaltrigen, hält sich an Spielregeln und kompensiert
weniger über sein Tempo

Behandlungsansätze/ Behandlungskonzepte nach denen in unserer Praxis gearbeitet wird

• wir arbeiten nach Bobath und Feldenkreis
• Neuromotorisches Regulationstraining
• Braingym
• Biofeetback
• CO-OP Ansatz
• Psychomotorische Förderung

Wahrnehmungsstörungen

Behandlungsschwerpunkte

• bei Gleichgewichtsstörungen (Vestibuläre Wahrnehmung)
• bei Störungen der Visuomotorik (Visuelle Wahrnehmung)
• bei taktiler Defensivität (Überempfindlichkeiten gegenüber sensorischen Reize)
• Bei Störungen im Bereich der Tiefenwahrnehmung (Propriozeptive Wahrnehmung)

Mit welchen Schwierigkeiten kommen Kinder zu uns in die Ergotherapie?(in der Regel treffen mehrere Punkte zu)

Ihr Kind hat Schwierigkeiten (im Vergleich zu anderen Kindern seiner Altersgruppe) im/in
der…

Gleichgewicht (Vestibulären Wahrnehmung):

• oft einhergehend mit taktiler Überempfindlichkeit
• Vermeidung von Rechts- Links- Veränderungen
• heftige Reaktion bei zufälligem Anstoßen
• Neigung zur Selbstunterforderung oder Vermeidung
• Mädchen neigen zum Weinen, Jungen neigen zum Überspielen oder Kaspern
• Vergesslichkeit
• Zehenspitzengang; Henkelstellung, Ruderbewegung der Arme
• Spielplätze werden gemieden und Turngeräte nicht freiwillig benutzt

Visuellen Wahrnehmung:

• Distanzen schätzen
• Geschwindigkeit schätzen
• Tiefen sehen
• schnell den Blick wechseln
• ein Objekt mit den Augen fixieren
• scharf sehen
• auch zeitweises Doppeltsehen und Lichtempfindlichkeit können auftreten

Taktile Wahrnehmung:

Taktile Überempfindlichkeit:
• Abwehrverhalten oder Flucht bei Annäherung, besonders, wenn diese von hinten erfolgt
• verbale Abwehr durch Beschimpfungen
• spontane, unerklärliche und aggressive Wutausbrüche ohne erkennbaren Anlass
• ängstliches Verhalten, bedroht fühlen
• Berührungen, der Austausch von Zärtlichkeiten (jeglicher körperlicher Kontakt) werden
als unangenehm empfunden und abgelehnt (besonders im Gesicht)
• ungewöhnliches Bedürfnis, bestimmte Materialien (Fingerfarben, Sand, Kleister) zu
meiden (Überempfindlichkeit), aber auch Bevorzugung ausgewählter Oberflächen
• Panikattacken bei Veränderungen von Gewohnheiten, Strukturen, Plänen
• Überreaktion auf akustische, meist unbekannte und nicht zu identifizierende Geräusche
• Auswahl oder Ablehnung bestimmter Speisen (auch wegen des Geruchs)
• Sprachverständnis oft besser als Sprachproduktion (Stammeln, Dysgrammatismus)
Taktile Unterempindlichkeit
• Hyperaktivität durch Senkung der Reizschwelle, vestibuläre Stimulation wird permanent
benötigt
• Ständiges In-Bewegung-Sein, Ruhelosigkeit, kann nicht abwarten
• häufiges Anstoßen anderer Kinder
• stürmisches Temperament
• Schrift oft ausfahrend mit wenig Druck
• Kraftdosierung in den Händen zu fest oder zu locker

Tiefenwahrnehnung (Propriozeptive Wahrnehmung):

• unabsichtliches Anstoßen anderer Kinder (häufiger Auslöser für Rangeleien)
• verlaufen sich leicht, erkennen Wege auch in bekannter Umgebung nicht wieder
• Ordnung machen und halten fällt schwer
• schweres Erlernen der Buchstaben, unterschiedliche Schriftgröße und Richtung
• Störung der Stereognosie (Ertasten und Zuordnen derselben Form gleichzeitig mit
beiden Händen ist problematisch)
• Bewegungssteuerung und Kraftdosierung sind nicht entsprechend
• Bewegungen können nicht spontan gestoppt werden
• Begrenzungslinien beim Malen können nicht eingehalten werden
• permanentes, unbewusstes Ausgleichen von Untergrundveränderungen ist schwer
möglich
• langsame Arbeitsweise, oft ineffektiv
• wenig differenzierte Fingerbewegungen lassen auf Störungen im Bereich der
Feinmotorik schließen
• Anziehen komplizierter Kleidungsstücke wird vermieden

(ZIMMER 1995; KESPER, HOTTINGER 1999; AYRES 1998)

Was können dabei mögliche Ziele in der Ergotherapie sein?

• Lilli kann im Rahmen der Behandlung über verschieden Hindernisse springen und deren
Abstände einschätzen. Wenn sie stolpert stützt sie sich nach vorne hin mit den Händen
ab und verletzt sich nicht mehr am Kopf
• Patrick ist nach zwei Monaten in der Lage, sein Bewegungsverhalten an verschiedene
Untergründen anzupassen ohne dabei zu stolpern oder sein Tempo zu erhöhen
• Alicia kann mit situativen Veränderungen umgehen ohne Angst aufzubauen oder zu
weinen. Sie findet feste Freundschaften und kann eigene Spielwünsche ohne fremde
Hilfe äußern
• Lara gelingt es sich Abends besser runterzuregulieren. Sie kuschelt jetzt häufiger mit
Mama ohne aufzudrehen oder anschließend mit ihren Geschwistern aneinander zu
geraten.
• Antonias Schriftbild wirkt gleichmäßiger, ihr Arbeitstempo beim Schreiben in der Schule
erhöht sich und dadurch muss sie zu Hause nichts mehr so viel nacharbeiten

Behandlungsansätze/ Behandlungskonzepte nach denen in unserer Praxis gearbeitet wird

• Sensorische Integration (nach Jean Ayres)
• Psychomotorik Training

Auffälligkeiten im Sozio- emotionalen Bereich

Behandlungsschwerpunkte

• bei Enkopresis/ Eneuresis (einnässen/einkoten)
• bei Anpassungsstörungen
• bei Selbstregulationsstörungen/ unkontrollierte Gefühlsausbrüche
• bei Überängstlichkeit
• Selbstwertprobleme

Mit welchen Schwierigkeiten kommen Kinder zu uns in die Ergotherapie?

Ihr Kind LEIDET unter (im Vergleich zu anderen Kindern seiner Altersgruppe)…
• Einschränkungen im Sozialverhalten, Aggressivität, missachtet soziale Regeln oder zeigt
sich möglicherweise grundlos aufsässig
• Trennungsangst, hat Ängste vor bestimmten Objekten (Phobien), sozialen Situationen
oder leidet bereits jetzt unter depressive Störungen
• Störungen sozialer Funktionen (selektive Mutismus oder Bindungsstörungen)
• unwillkürlichem Einnässen (Enuresis), willkürliches oder unwillkürliches Absetzen von
Stuhl an unpassenden Orten (Enkopresis)

Was können dabei mögliche Ziele in der Ergotherapie sein?

• Melina geht ohne Widerwillen in den Kindergarten, sie kann sich dabei besser von der
Bezugspersonen lösen und sich ins freie Spiel mit Gleichaltrigen einbringen
• Jasmin knüpft eigenen Freundschaften und versteckt sich während der Turnstunde nicht
mehr hinter ihrer Mutter. Sie lernt sich kompetenter und eigenständiger unter
Gleichaltrigen zu bewegen.
• Martin schafft es innerhalb der ersten Heilmittelverordnung seinen Harndrang
wahrzunehmen und rechtzeitig Hilfestellung von den Erzieherinnen beim Toilettengang
einzufordern. Die Eltern lernen sich klarer zu positionieren und Martin im Alltag mehr
zuzutrauen.

Behandlungsansätze/ Behandlungskonzepte nach denen in unserer Praxis gearbeitet wird

• TEACCH- Ansatz (Anne Häußler)
• Programm zur Arbeit mit Kindern, die unter einem hyperkinetischem und oppositionellem
Problemverhalten leiden (THOP)
• ADL-Training
• Verhaltensmodifikation
• Sozio- emotionale Kompetenzstärkung
• Behandlung von Selbstwertproblematik
• Gruppentherapeutisches Setting bei sozialen Kompetenzstörungen
• Familienhilfe/-beratung
• Psychomotoriktraining
• Informationsvermittlung über Angststörungen für Eltern und Kinder
(Psychoedukation)
• Rücksprache/Beratung mit Schule und/oder Haus-/Kinderarzt
• Verhaltensorientierte Interventionen
• Einbeziehung der Familie/Familientherapie

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen

Behandlungsschwerpunkte

• bei AD(H)S
• bei auditiven Wahrnehmungsverarbeitungstörungen
• bei geringer Ausdauerspanne
• bei allgemeinen Schulschwierigkeiten/ Lernstörungen

Mit welchen Schwierigkeiten kommen Kinder zu uns in die Ergotherapie?

Ihr Kind hat (im Vergleich zu anderen Kindern seiner Altersgruppe)…
• …eine erhöhte Ablenkbarkeit bezogen auf fremdbestimmte Aufgabenstellungen
• …Schwierigkeiten bei einer Sache zu bleiben, es zeigt sich ein häufiges abschweifen der
Gedanken.
• …Schwierigkeiten bei einer Sache zu bleiben, es werden spontan andere lustorrientierte
Tätigkeiten aufgenommen
• …einer verkürzte Ausdauer, Aufgaben und Tätigkeiten werden vorzeitig abgebrochen
• …Problemen sich zu fokussieren, es zeigt sich ein häufiger Wechsel von einer Aktivität
zur anderen
• …Schwierigkeiten sein Interesse an einer Aufgabe aufrecht zu halten
• …eine verkürzte Konzentrationsfähigkeit (immer bezogen auf das Alter und
Intelligenzniveau des Kindes)

Was können dabei mögliche Ziele in der Ergotherapie sein?

• Jorden kann den Unterricht soweit verfolgen, dass er die Aufgaben versteht und die
Leistungskontrollen besteht
• Vanessa kümmert sich eigenständig um ihre Hausaufgaben. Sie schafft es die
Hausaufgaben täglich vollständig ins Heft zu übertragen und Abends ihren Tornister für
den nächsten Tag vorzubereiten
• David kann sich auditiv besser auf den Lehrer konzentrieren und lässt sich weniger von
seinem Sitznachbar ablenken. Die Pausen nutzt er ausgiebig um seine motorische
Unruhe abzubauen, ohne das er in Konflikte gerät.
• Lion kann den Inhalten im Deutschunterricht folgen, er merkt eigenständig wenn er zu
träumen beginnt und kann aktiv dagegen vorgehen

Behandlungsansätze/ Behandlungskonzepte nach denen in unserer Praxis gearbeitet wird

• THOP (Therapieansatz für Kinder mit hyperkinetischen oder oppositionellen
Verhaltensweisen (Döpfner, Schürmann, Frölich)
• Marburger Konzentrationstrainingsprogramme
• Basis und Strategietraining nach Prof. Lauth und Schlottke
• Attentionertraining nach Petermann und Jacobsen

Zusatzleistung: Persistierende Restreflexe/ Restreaktionen

Behandlungsschwerpunkte (unter anderem)

• anhaltender Asymetrisch/ Symetrisch tonischer Nackenreflex
• anhaltender Mororeflex
• anhaltende Halte- und Stellreflexe/-Reaktionen
• anhaltender Tonischer Labyrinthreflex

Mit welchen Schwierigkeiten kommen Kinder zu uns in die Ergotherapie?

Ihr Kind hat Schwierigkeiten (im Vergleich zu anderen Kindern seiner Altersgruppe)…:
• …in der Kontrolle von Bewegungskoordination und Haltung
• …in seiner emotionale Anpassung, Affektregulierung, strukturelle Fähigkeiten
• …weist einen zu hohen Stiftaufdruck beim Schreiben oder Malen auf
• …beim sitzen, liegt bzw. stützt sich mit dem Kopf auf dem Tisch ab
• …kann die Körpermitte nicht automatisiert kreuzen (liegende Acht nachfahren, Kreuz
zeichnen, Ball von links nach rechts werfen/fangen ohne den Oberkörper mit zu drehen)

Im Kindergartenalter fallen diese Kinder vor allem dadurch auf, dass Sie motorisch
kompensieren oder vermeiden. Der Entwicklungsverlauf ist Kompetenzenabhängig nicht
immer normgerecht, muss aber durchaus nicht zu Auffälligkeiten in der motorischen
Weiterentwicklung führen.

Was können dabei mögliche Ziele in der Ergotherapie sein?

• Jennifer integriert den asymmetrisch tonischen Nackenreflex, im Rahmen ihres
häuslichen Übungsprogrammes soweit in den natürlichen Bewegungsablauf, dass keine
überschießenden Restreflexe, die motorische Ausführung im Schreibfluss mehr führen
• Jordan gelingt es durch regelmäßiges Üben, seinen Haltungshintergrund soweit zu
stärken, dass er über eine verbesserte Sitzhaltung verfügt und visuell besser fokussieren
kann.
• Lena gelingt es durch regelmäßiges Trainieren, die motorische Unruhe abzubauen, so
dass nach einigen Monaten ein konzentrierteres Zuhören in der Schule möglich ist.

Aus der Praxis